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Wagen 971 – 973: Torfwagen aus Wietinghausen

Gemeinsam mit unserer Torf-Diema (HFD-Nr. 96) können wir unseren Besuchern einen Eindruck von Torffeldbahnen vermitteln.
Foto: M. Weber, 2020

Nachdem im Jahr 2019 bereits neun Torfloren aus dem Torfwerk Wietinghausen bei Bremen den Weg ins Feldbahnmuseum fanden (HFD-Nr. 944-949, 968-970), konnten wir 2020 drei weitere Torfwagen in die Sammlung aufnehmen. Museal besonders ist dabei die Erhaltung mehrerer Torfwagen gleicher Bauart. Gerade Fahrzeuge mit Holzaufbauten sind heute nur noch selten in den wenigen noch mit Feldbahn arbeitenden Torfwerken zu finden.

Die Fahrzeuge entstanden sowohl in Serien- als auch in Eigenbauten. Auch bei unseren insgesamt zwölf Torfwagen aus Wietinghausen lassen Recherchen den Schluss zu, dass die Aufbauten vormals durch eine Firma in der Region ausgeführt wurden. Wagen mit identischen Aufbauten waren in zahlreichen Betrieben der näheren Umgebung im Einsatz.

Die drei hier vorgestellten Wagen erfuhren im Torfwerk nicht mehr den letzten Modernisierungsschub, im Gegensatz zu unseren anderen neun Wagen. Die Unterschiede bestehen aus den noch nicht verstärkten Puffern, den noch aus stärkerem Holz bestehenden Wagenkästen und auch der hochwertigeren Holzart (Kiefer statt Fichtenholz).

Für den Transport in die Herrenleite wurden die maroden Holzaufbauten nach einer umfangreichen Dokumentation entfernt und später neu aufgebaut. Im Feldbahnmuseum dienen die Wagen nun unter anderem der Brennholzlagerung für den Dampflokbetrieb.

Beim Torfabbau werden aus dem Moor sogenannte Torfsoden (quaderförmige Torfballen) ausgestochen, welche vor Ort getrocknet und an schließend mit Feldbahnen in das Torfwerk transportiert werden. Ein solcher Wagen hat dabei ein Fassungsvermögen von etwa 2 Tonnen Torf. Aufgrund des feuchten Moorbodens finden Feldbahnen im Torfabbau auch heute noch in einigen Torfwerken Anwendung. Aber auch dort sind andere Technologien (z. B. auf Basis von Pistenraupen) inzwischen weit verbreitet und werden wohl in den nächsten Jahren die meisten noch verbliebenen Torfbahnen ablösen.

Wir danken dem Torfwerk Wietinghausen für die Möglichkeit, einen ganzen Zug hölzerner Torfloren in unserem Museum der Nachwelt erhalten zu können.

Die wiederaufgebauten Wagen kurz nach der Ankunft im Feldbahnmuseum Herrenleite.
Foto: P. Heinrich, 2020

Letzte Änderung: 14.04.2021