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Vereinsgeschichte

Die Historische Feldbahn Dresden (HFD) entstand als Arbeitsgruppe der Arbeitsgemeinschaft „Freunde des Verkehrsmuseums“, als bei einer Exkursion in einer Ziegelei am Stadtrand von Dresden eine alte Feldbahnelektrolokomotive entdeckt wurde. Die Lok konnte mit Hilfe der Dresdner Stadtreinigung geborgen werden und wurde auf einem Gelände in Dresden-Klotzsche abgestellt.

Dorthin folgten im Jahre 1981 zwei kleine Dieselloks und unsere lange Zeit einzige Dampflok. Nach einer Vorstellung des noch jungen Projektes in der Presse erweiterte sich der Kreis der Feldbahnfreunde beträchtlich. Es wurde begonnen, eine Gleisanlage aufzubauen und einen alten Schuppen herzurichten. Im September 1983 konnten sich die Besucher der ersten Ausstellung ein Bild von unserer Arbeit machen. In den folgenden Jahren wuchs die Sammlung ständig. Ohne die weitgehende Unterstützung der Stadtreinigung, die uns das Gelände, Strom und Wasser bereitstellte sowie die Transporte übernahm, und die unermüdliche Arbeit des damaligen HFD-Leiters, Dieter Fröbel, wäre der Aufbau unserer Sammlung nicht möglich gewesen.

Die Dampflok drehte 1986 erstmalig Runden für unsere Besucher. Die Teilnahme an den Ausstellungen zu den Jubiläen der Radebeul – Radeburger Schmalspurbahn 1984, vor allem aber der Leipzig – Dresdner Eisenbahn 1989 waren Höhepunkte in der Vereinsgeschichte. Anfang 1990 zählte die Sammlung immerhin schon 34 Lokomotiven und etwa fünfzig Loren.

Mit dem Verfall und der Modernisierung der DDR-Wirtschaft wurden innerhalb kurzer Zeit fast alle der über 300 Feldbahnbetriebe eingestellt und es ergaben sich viele Gelegenheiten, vor allem typische Vertreter der Feldbahnen aus DDR-Zeiten in die Sammlung aufzunehmen. Im Jahre 1991 erfolgte die Gründung des Vereins „Historische Feldbahn Dresden e. V.“ als Grundlage für die weitere Arbeit. In den folgenden Jahren ging die Beschaffung von Fahrzeugen im Rahmen des Machbaren weiter. Aus der „Erbmasse“ des Sozialismus waren aber nicht nur Feldbahnen, sondern auch Werkzeuge, Maschinen und Normteile billig zu haben, so daß wir uns hier auf lange Sicht eingedeckt haben, was bei der knappen Finanzlage eines Vereins sehr wichtig ist.

Leider hat der Kesselprüfer unsere Dampflok 1994 nicht mehr abgenommen. Die für die umfangreiche Reparatur erforderlichen Mittel sind zur Zeit nicht aufzubringen, so daß der Neuaufbau der Dampflok derzeit ruht. Langfristig wird die Wiederinbetriebnahme der Lok allerdings angestrebt. Allerdings kann diese Aufgabe erst in Angriff genommen werden, wenn der Aufbau des neuen Geländes ein ganze Stück fortgeschritten ist.

Seit 1994 geben wir die Zeitschrift „Werkbahnreport“ heraus. Mittlerweile sind erst im halbjährlichen, später in längerem Abstand 14 Hefte erschienen. Ergänzt wird der Werkbahnreport durch drei erschienene Themenhefte. Für einen sehr erfolgreichen Bildband beim Wolgang Herdam Fotoverlag fungierte der Verein als Herausgeber, weitere Feldbahnbücher bei Herdam wurden durch Vereinsmitglieder geschrieben.

Vor allem in den neunziger Jahren waren die seit 1993 durchgeführten Fahrtage mit der transportablen Feldbahnanlage auf Volksfesten und ähnlichen Anlässen einem Standbein der Finanzierung und Öffentlichkeitsarbeit der HFD. Höhepunkte waren hier neben den wiederkehrenden Terminen Dresdner Dampflokfest und Stadtfest Auftritte im Rahmen einer Theaterinszenierung im Festspielhaus Hellerau und der Betrieb von rund 600 m langen Strecken bei der 750-Jahr-Feier vom Kamenz-Wiesa und beim Tag der Sachsen 2005 in Döbeln. In Erinnerung bleiben natürlich auch die Gastspiele mit einzelnen Fahrzeugen auf anderen Bahnen, so bei den Parkeisenbahnen in Berlin, Cottbus, Görlitz und Chemnitz, bei der Feldbahnschauanlage Glossen und bei der Waldeisenbahn Muskau.

Schon kurz nach der Wende begannen wir mit der Suche nach einem Ausweichstandort für das langsam aus allen Nähten platzende Klotzscher Vereinsgelände. Nach mehreren vergeblichen Versuchen entdeckten wir 1996 das ehemalige Mineralölwerk Herrenleite, ein stillgelegtes Militärgelände bei Pirna. Nach längeren Verhandlungen konnten wir das sechs Hektar große Areal 1998 pachten. In einer ersten Phase lagerten wir unser komplettes Gleismaterial dorthin um.

Ende 1998 erreichte uns die Kündigung für das Klotzscher Grundstück. Bis Mitte 2001 haben wir uns fast ausschließlich mit dem Umzug in die Herrenleite beschäftigen müssen. Wesentliche Aufgabe dabei waren neben der eigentlichen Umlagerung insbesondere die Nutzbarmachung der durch Vandalismus und Witterungseinflüsse schon stark geschädigten Gebäude. Im Frühjahr 2001 war es dann endlich soweit, über 1000 Tonnen Fahrzeuge und Material hatten den Weg auf das neue Gelände gefunden und ein fast 23-jähriges Kapitel der Vereinsgeschichte konnte abgeschlossen werden.

Krausslok von Werners Gartenbahn

Seit dem Abschluss des Umzugs arbeiten wir an der Ausgestaltung der Herrenleite zum Feldbahnmuseum. In den ersten Jahren lag der Schwerpunkt auf dem Umbau einer erst 1988/89 errichteten Lkw-Garage zur Museumshalle. In das 300 m² große Gebäude wurden sechs Gleise verlegt, der Fußboden neu betoniert und Blechtore eingebaut. Im Vorfeld des seitdem Museumshalle genannten Gebäudes wurden im Frühjahr 2003 die ersten festen Gleise verlegt. Zusätzlich entstand eine etwa 300 m lange provisorische Strecke in den oberen Steinbruch. Zu Pfingsten 2003 wurde der erste Bauabschnitt des Feldbahnmuseums Herrenleite mit einem ganz besonderen Gast eröffnet: Krauss 7790 von Werners Gartenbahn aus Löbau. 3500 Besucher waren der Lohn für die wochenlange harte Arbeit im Vorfeld der Eröffnung – weit mehr als in Klotzsche im ganzen Jahr!

In den folgenden Jahren konzentrierten wir uns auf die Anbindung und die Nutzbarmachung der Werkstatt, den Umbau verschiedener Räumlichkeiten zu Schlaf- und Sozialräumen und den Gleisbau in Richtung Regelspurverladerampe. Im Frühjahr 2005 gab es dann einen jähen Rückschlag: Das Dach der Museumshalle stürzte unter der Last des über den langen Winter angesammelten Schnees zusammen. Zum Glück kam niemand zu Schaden und auch die Fahrzeuge wurden nur wenig beschädigt. Die Beräumung und Wiederherstellung des Daches konnte aufgrund umfangreicher Unterstützung von vielen Seiten innerhalb weniger Wochen geschafft werden, das Ereignis warf den Museumsaufbau jedoch um mehr als ein halbes Jahr zurück. 

Im Sommer 2006 konnten wir endlich das Gelände in das Eigentum des Vereins übernehmen. Zu dieser Zeit setzte beim Bundesvermögensamt nach langem Stillstand in dieser Frage ein Umdenken ein, dass man für die viele Liegenschaften im Osten kaum zahlungskräftige Käufer finden würde und die Alternative Abriss und Rekultivierung mit hohen Kosten verbunden wäre. So überließ man uns sowohl das Kerngelände als auch angrenzende Grundstücke und – für die längerfristige Zukunft besonders wichtig – auch das Anschlussgleis auf 2,43 km Länge (km 2,1 bei Mockethal bis km 4,53 ehem. Gleistor / Grenze zum Kerngelände) für den „symbolischen Euro, der als gezahlt gilt“. 

Damit war endlich die wichtigste Voraussetzung für ein lange Zeit vorbereitetes Projekt erfüllt: Die Umsetzung eines historischen Lokschuppens aus den Steinbrüchen in Demitz-Thumitz sowie die Dachsanierung und der Einbau von Besuchertoiletten am ehemaligen Kesselhaus aus Mitteln des Leader+-Programms der Europäischen Union. Im Herbst 2006 wurde der Schuppen, ein Stahlfachwerkbau mit Holzverkleidung, durch Fachfirmen umgesetzt. Die meisten Holzarbeiten übernahm in den folgenden Monaten und Jahren der Verein, genauso die Gleisanbindung, welche 2008 im Rahmen der Streckenerweiterung in Richtung Eingangstor entstand. Seit Pfingsten 2008 ist der Lokschuppen, einerseits selbst Exponat – andererseits jedoch auch der zweite große Ausstellungsbereich, für die Besucher zugänglich. Gleichzeitig konnten die bis dahin in der Museumshalle zwischen den Gleisen abgestellten Loks auf die Gleise gesetzt werden. 

Seit der Eröffnung 2003 finden im Museum regelmäßig größere und kleinere Veranstaltungen statt. Daneben gibt es – wenn auch wegen der reine ehrenamtlichen Betreuung recht eingeschränkt – reguläre Öffnungszeiten in den Sommermonaten immer sonnabendnachmittags sowie auf Absprache Führungen für Gruppen. Die Besucherzahlen schwanken, je nach Wetterlage bei den wichtigen Terminen Pfingsten und rund um den 3. Oktober, zwischen 5.000 und 8.000 pro Jahr. Die Eintrittsgelder daraus sind die wichtigste Basis der Finanzierung des Museumsaufbaus. 

In den Jahren 2008 bis 2010 wurde die Trasse in den oberen Bruch völlig umgestaltet. Das provisorische Gleis von 2003 verlief durch sehr enge Bögen zwischen den Gebäuden hindurch, die neue Strecke verläuft nun immer am rechten Talhang entlang hinter den Gebäuden. Dieser Teil des Gleisnetzes war mit den bisher aufwendigsten Bauarbeiten verbunden, mussten doch hunderte Kubikmeter Erdreich bewegt und zahlreiche alte Fundamente beseitigt werden. Außerdem wurden im ersten Teil acht Weichen komplett aufgearbeitet bzw. teils sogar neu gebaut. Parallel zum Gleisbau laufen der Umbau des alten Laborgebäudes zur Wagenwerkstatt und Kipperschmiede und die Umgestaltung des alten Kesselhauses zum Depot. Mittelfristig warten noch eine ganze Reihe weiterer (Gleis-) Bauprojekte, allerdings werden nun auch wieder die Arbeiten an Fahrzeugen eine größere Rolle spielen. 

Letzte Änderung: 28.06.2010