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Wagen 944 – 949, 968 – 970: Torfwagen aus Wietinghausen

Der fertig aufgearbeitete Zug im Feldbahnmuseum Herrenleite.
Foto: F. Kreutzer, 2019

Der Zug aus Torfwagen stammt aus dem Torfwerk Wietinghausen bei Bremen. Wir konnten neun Fahrzeuge dieses Typs im Jahr 2019 in unsere Sammlung aufnehmen. Museal besonders ist dabei die Erhaltung mehrerer Torfwagen gleicher Bauart. Die Fahrzeuge entstanden sowohl in Serien- als auch in Eigenbauten.

Für den Transport in die Herrenleite wurden die maroden Holzaufbauten nach einer umfangreichen Dokumentation entfernt und später neu aufgebaut. Im Feldbahnmuseum dienen die Wagen nun unter anderem der Brennholzlagerung für den Dampflokbetrieb.

Beim Torfabbau werden aus dem Moor sogenannte Torfsoden (quaderförmige Torfballen) ausgestochen, welche vor Ort getrocknet und anschließend mit Feldbahnen in das Torfwerk transportiert werden. Ein solcher Wagen hat dabei ein Fassungsvermögen von etwa 2 Tonnen Torf. Aufgrund des feuchten Moorbodens finden Feldbahnen im Torfabbau auch heute noch in einigen Torfwerken Anwendung. Aber auch dort sind andere Technologien (z. B. auf Basis von Pistenraupen) inzwischen weit verbreitet und werden wohl in den nächsten Jahren die meisten noch verbliebenen Torfbahnen ablösen.

Im Jahr 2020 konnten wir drei weitere Torfwagen aus Wietinghausen in unsere Sammlung aufnehmen (HFD-Nr. 971-973), welche sich in Details von den hier vorgestellten Wagen unterscheiden.

Die Wagen abgestellt am Rand des Moores. Für den Transport wurden die maroden hölzernen Aufbauten entfernt, nachdem sie umfangreich dokumentiert wurden.
Foto: F. Kreutzer, 2019
Im Feldbahnmuseum Herrenleite kamen die Wagen dann ohne die Aufbauten an. Zunächst erfolgte die Instandsetzung der Rahmen und Achsen.
Foto: F. Kreutzer, 2019
Anschließend erfolgte der originalgetreue Wiederaufbau der hölzernen Wagenkästen gemäß der detaillierten Aufzeichnungen. Dabei wurde Wert auf die historische Lage der Beschläge und auch die Holzarten gelegt.
Foto: F. Kreutzer, 2019

Letzte Änderung: 14.04.2021