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Archiv 2010

  • Juni 2010

    Nun sind schon wieder Monate vergangen, seitdem wir an dieser Stelle Aktuelles aus dem Feldbahnmuseum berichteten. Der Grund ist nicht etwa, dass es keine Neuigkeiten gab – ganz im Gegenteil: Die Aktiven des Vereins haben im Museum alle Hände voll zu tun und nur selten findet jemand Zeit für andere Aufgaben. Die gesamte Vereinsarbeit erfolgt ehrenamtlich und somit sind die Kapazitäten begrenzt. Leider fallen diesem Umstand eine ganze Reihe wünschenswerter Dinge, wie die Berichte an dieser Stelle, immer wieder zum Opfer. Wir hoffen natürlich, dass wir dies mittelfristig ändern können…

    Nach der Fertigstellung der Gleise zum Eingangsbereich des Museums und des Demitzer Lokschuppens im Jahre 2008 hat sich der Schwerpunkt der Vereinstätigkeit auf den oberen Bereich des Geländes verlagert. Insbesondere die Fahrstrecke in den Oberen Bruch steht seitdem im Fokus, wurde doch das derzeit genutzte Gleis vor sieben Jahren nur provisorisch errichtet und seitdem nur immer wieder stabilisiert. Außerdem war der Einsatz größerer Fahrzeuge auf dieser Strecke nur sehr eingeschränkt möglich, da die engsten Bögen einen Radius von nur rd. 12 m haben und die Gleise z.T. sehr dicht an Gebäuden vorbei gehen.

    Die neue Trasse entsteht in direkter Verlängerung des an der Museumshalle vorbeiführenden Hauptgleises, während die derzeitige Strecke hinter dem Vereinsheim scharf nach links abbiegt. Die umfangreichen Erdarbeiten begannen schon zu Ostern 2009, als Hartmut Fest aus Königshain mit einem Minibagger mit Aufbruchhammer diverse auf der Trasse liegende alte Fundamente beseitigte. Seitdem wurden Stück für Stück viele Kubikmeter Erdreich bewegt, wobei die meisten Transporte stilecht gleisgebunden erfolgten. Mittlerweile konnten die Arbeiten am Unterbau fast abgeschlossen werden, nur die allerletzten Meter der Ausweichstelle sind noch nicht planiert.

    Betonplatten Herausheben
    Wiederverlegen
    Als allererster Schritt wurden noch Ende 2008 auf der zukünftigen Trasse Betonplatten eines alten Weges aufgenommen und gleich neben dem damals gerade fertig gestellten Demitzer Lokschuppen neu verlegt. An dieser Stelle befand sich vorher eine „Sprungschanze“ auf dem Weg, an der tiefliegende Fahrzeuge und Anhänger immer wieder Schwierigkeiten hatten.
    Fundamente aufbrechen
    Loren
        beladen
    Hartmut Fest aus Königshain besuchte uns zu Ostern 2009 mit einem Minibagger mit Aufbruchhammer. Mit dieser Technik konnten sehr effekitiv alte Fundamente auf der neuen Trasse beseitigt werden. An unserem T-174 kann solche Technik nicht montiert werden und somit waren wir mit dem Rest der Fundamente mit dem Preßlufthammer längere Zeit beschäftigt…
    Planum 2
    Planum 3
    Planum 4
    Planum 5

    Durch das ganze Jahr 2009 hindurch liefen die Erdarbeiten auf der Trasse. Dabei wurde über weite Strecken die Feldbahn stilecht für die Erdtransporte verwendet. Hunderte Muldenkipper rollten im Laufe der Monate über die Gleise, ganz so wie auf einer Baustelle der fünfziger Jahre, mit Auflegedrehscheiben, fliegenden Gleisen und allem, was das Herz begehrt…

    Verdichten
    Böschungen
    Schotter
    Noch vor dem Winter wurde die weitgehend fertige Trasse verdichtet und mit einer Frostschutzschicht versehen. Im Frühjahr wurden dann die Böschungen begrünt und der Grundschotter ausgebracht, diesmal jedoch mit unserer gummibereiften Technik.

    Neben den Erdarbeiten konzentrierten sich die Arbeiten lange Zeit vor allem auf die Weichenaufarbeitung. Im aktuellen Bauabschnitt werden acht Weichen verbaut, davon vier sog. 7 m- und zwei 5 m-Standardweichen aus dem Schienenprofil S18 sowie zwei schwerere Weichen, welche fast komplett im  Eigenbau entstanden. Der größte Teil des Streckengleises entsteht aus einem schweren Schienenprofil, welches wir vor einigen Jahren von der Görlitzer Oldtimer Parkeisenbahn übernehmen konnten und welches ursprünglich einmal von der Waldeisenbahn Muskau stammte. Die beiden Eigenbauweichen sind Teil des Streckengleises und binden zukünftig das Depot im Kesselhaus und die sog. Lorenbaracke an. Die restlichen Weichen werden in einer dreigleisigen Ausweichstelle im Oberen Bruch sowie im Vorfeld des Kesselhauses verbaut.

    Weichenbau 1
    Weichenbau 2
    Parallel zu den Erdarbeiten lief die Weichenaufarbeitung. Der größte Teil der auf Lager liegenden Weichen befindet sich in eher mäßigem bis schrottreifem Zustand, da sie ja meist jahrzehntelang im Einsatz waren, bevor wir sie übernehmen konnten. Entsprechend hoch ist der Aufwand bei der Instandsetzung, manche Teile mussten komplett neu gebaut werden.

    Seit Anfang Juni laufen nun die konkreten Arbeiten am Oberbau. Die erste schwere Weiche wurde verlegt, ebenso die beiden 5 m-Weichen am Kesselhaus. Etwa 40 m des Streckengleises sind ebenfalls montiert, die zweite schwere Weiche folgten am letzten Wochenende. Ab Juli wird dann geschottert und gestopft sowie der Bau der Ausweiche vorbereitet. Für den gleisgebundenen Transport vor allem des Schotters wurde eine provisorische Verbindung zum bestehenden Gleisnetz eingebaut, wobei die vorhandene Strecke bis Anfang August (Sommerfahrtage am 17./18.7. und 31.7./1.8) nicht unterbrochen werden soll.

    Gleisbau
    Auslegen der ersten Weichen.
    Verteilen von Schwellen und Schienen.
    Einziehen der provisorischen Verbindung zum bestehenden Gleisnetz.
    Allererste Probefahrt.

    Fotos: Michael Otto, Siegfried Otto, Marian Sommer, Bernd Kotzauer.

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