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Gelände und Ausstellungsbereiche

1 Feldbahnstrecke
2 Museumshalle
3 Historischer Ellokschuppen
4 Werkstatt
5 Regelspurige Anschlussbahn
6 Steinbruchgebäude
7 Fahrzeugdepot/Vortragsraum
8 Lorenschmiede
9 Strecke Richtung Mockethal
10 Lagergebäude

Allgemeines

Das Kerngelände hat eine Fläche von etwa neun Hektar. Darüber hinaus befindet sich die auf das Gelände führende ehemalige Anschlussbahn bis zum Talausgang auf einer Länge von ca. 2,5 km in Vereinseigentum. Das Gelände ist durch starke Höhenunterschiede und jahrzehntelange Steinbruchtätigkeit geprägt. Es weist sowohl senkrecht abfallende Bruchwände als auch zahlreiche Haldenaufschüttungen auf. Teilweise sind auch noch die natürlichen Hangböschungen erhalten. Das Gelände ist durch verschiedene Ebenen gegliedert, auf denen früher der Steinabbau bzw. die Steinbearbeitung erfolgte oder später die Produktionsanlagen des Mineralölwerkes standen. Durch mehrere grundlegende Umgestaltungen zwischen den einzelnen Nutzungsphasen und die üppige Vegetation sind heute viele Spuren der Vergangenheit verwischt. Auf dem Gelände existieren 25 Gebäude aus unterschiedlichen zeitlichen Epochen, angefangen von der Steinbruchzeit vor dem 2. Weltkrieg bis hin zu den 1980er Jahren, als die NVA hier ansässig war. Die Bauart der Gebäude ist demzufolge recht unterschiedlich, die Substanz war bei Übernahme durch die HFD größtenteils in keinem guten Zustand.

Feldbahnstrecke

Der Großteil unserer Gleisanlage weist eine Spurweite von 600 mm auf und verbindet die einzelnen Ausstellungsbereiche sowie Depotgebäude und die Werkstatt miteinander. Ausgehend vom Eingangsbereich in der Nähe des historischen Ellokschuppens ist ein Fahrbetrieb auf ca. 300 m Strecke bis in den sog. „oberen Bruch“ möglich, wo eine weitere Umsetzmöglichkeit besteht. Hinzu kommen mehrere Abstellgleise, vor allem auf der Regelspurrampe und im hinteren Bruch. Insgesamt sind heute mehr als 40 Weichen verbaut und über 1000 m Gleis. Da wir auch eine Lokomotive mit 900 mm Spurweite besitzen, ist ein Gleis im Vorfeld der Museumshalle dementsprechend als Dreischienengleis ausgeführt. Ein weiteres Dreischienengleis, aber als Kombination 600/500 mm, befindet sich vor der Werkstatt als erster Teil einer zukünftigen separaten Gleisanlage in 500 mm Spurweite.

Auf dem Weg in den Oberen Bruch überwindet die Feldbahnstecke einen erheblichen Höhenunterschied, hier mit der Ns 2 h aus Coswig auf Talfahrt, 5.10.2013.
Abstellgleise im Oberen Bruch, 17.11.2012.

Museumshalle

Kernstück des 2003 eröffneten Feldbahnmuseums Herrenleite ist die 300 m² große Museumshalle. Sie entstand aus einer 1989 von der NVA errichteten halboffenen LKW-Abstellhalle. Dazu waren Gleise in das Gebäude zu legen und Tore einzubauen. Hier ist ein repräsentativer Querschnitt der Feldbahnfahrzeuge unserer Sammlung ausgestellt sowie der Informations- und Literaturstand untergebracht. Letzterer dient während der Öffnungszeiten als zentrale Anlaufstelle für unsere Besucher. Auf Schautafeln wird u. a. die Entwicklung der Feldbahnen und die unseres Geländes vorgestellt. Im Bereich vor der Halle sind die Gleise eingepflastert und damit leicht begehbar.

Während der großen Veranstaltungen wird das Vorfeld der Museumshalle zur Präsentation von Fahrzeugen genutzt, 3.10.2009.

Historischer Ellokschuppen

Dieses Gebäude stand bis zum Jahr 2006 in einem Steinbruch bei Demitz-Thumitz und wurde von uns in die Herrenleite umgesetzt. Der gegen Ende der 1920er Jahre gebaute Lokschuppen beherbergte einst die elektrischen Feldbahnlokomotiven der dortigen Granitabbaubetriebe und besitzt daher eine an den Fahrleitungsbetrieb angepaßte markante Bauweise. Er bildet neben der Museumshalle einen weiteren zentralen Museumsbereich – auf über 60 m Gleislänge sind Feldbahnfahrzeuge, darunter insbesondere die Fahrleitungslokomotiven unserer Sammlung, zu besichtigen. Aber auch der Schuppen selbst stellt ein Ausstellungsstück als Beispiel für feldbahntypische Infrastruktur und Industriearchitektur dar.

Historischer Ellokschuppen mit unseren Fahrdrahtlokomotiven aus dem Kalksandsteinwerk Falkenberg sowie dem Glassandwerk Hosena, 19.5.2013.

Werkstatt

Die in Nähe der Museumshalle gelegene Werkstatt mit ihrem befestigten Vorplatz ist der Ort für Reparatur und Aufarbeitung unserer Feldbahnfahrzeuge sowie der sonstigen Technik. In der Werkstatt ist eines der beiden Gleise als Untersuchungsgrube ausgebildet. Das Gebäude stammt aus Zeiten des Mineralölwerkes und beherbergte anfangs die Kältemaschinen.

Aufarbeitung von Weichen auf dem Werkstattvorplatz, 4.4.2009.

Normalspurige Anschlußbahn

Auf der untersten Ebene des Geländes befinden sich regelspurige Gleisanlagen mit mehreren Weichen, einem Lokschuppen und einer Verladerampe. Sie waren Bestandteil der von Pirna-Copitz aus verkehrenden Bahnlinie zur Erschließung der Steinbrüche bzw. der späteren Industrie- und Militärobjekte im Tal. Dieser Teilbereich blieb erhalten um den Güterumschlag zwischen Feldbahn und Normalspur demonstrieren zu können, wozu auch eine kleine Sammlung passender Regelspurfahrzeuge gehört.

Rangierarbeiten mit den beiden LKM-Loks vom Typ N 2 und N 4, 12.6.2011.

Steinbruchgebäude

Eines unserer ältesten Gebäude ist ein aus Sandstein erstellter Bau von 1920, der in späteren Jahren erweitert und hauptsächlich als Werkstatt genutzt wurde. Nach umfänglicher Sanierung dient es uns nun als Vereinsheim mit Aufenthalts- und Umkleideräumen und beherbergt zusätzlich unsere mechanische Werkstatt.

Steinbruchgebäude mit dem markanten Emblem am Frontgiebel aus Zeiten des Mineralölwerks, 3.10.2013.

Fahrzeugdepot/Vortragsraum

Gebaut als Heizhaus zur Warmwasser- und Dampferzeugung für das Mineralölwerk, ist es heute das größte Bauwerk auf unserem Gelände. Hier befinden sich nach einer aufwändigen Dachreparatur und umfangreichen Umbaumaßnahmen mehrere Depoträume zur geschützten Unterbringung zahlreicher Lokomotiven, der Vortragsraum sowie moderne Besuchertoiletten. In den Vortragsraum ist zusätzlich der Ausstellungsbereich zur Geschichte der Dresdner Trümmerbahn integriert. Der weitere Ausbau des Gebäudes steht derzeit auf unserem Arbeitsplan, wobei zusätzliche Abstellmöglichkeiten für Feldbahnfahrzeuge geschaffen werden sollen.

Blick von der Bruchkante. Die beiden Türme beherbergten früher die Kohlebunker, 24.3.2012.
Ausstellungsbereich zur Dresdner Trümmerbahn, 9.6.2014.

Lorenschmiede

Das früher als Labor und Pumpenwerkstatt genutzte Gebäude wird derzeit zu einer Schmiede im Stil der 1920er Jahre mit Originalexponaten als Einrichtung umgebaut, wie es sie früher in Steinbruchbetrieben und bei vielen Feldbahnen gegeben hat. In einem Anbau wird eine komplette Kompressorenstation untergebracht, welche 2009 aus einem Lausitzer Steinbruch geborgen werden konnte.

Für die derzeit laufenden Umbaumaßnahmen kommt stilecht eine Baufeldbahn mit „fliegenden Gleisen“ zum Einsatz, 19.4.2014.

Strecke Richtung Mockethal

Unser Gelände bildet den Endpunkt der 1907 eröffneten Eisenbahnstrecke von Pirna-Copitz in die Herrenleite. Nach Stillegung und Abbau des ersten Abschnittes sind die Gleise ab der ehemaligen Ladestelle Mockethal bis zum Museum noch vorhanden. Perspektivisch ist ein abschnittsweiser Umbau auf 600 mm geplant. Seit 2007 besteht jeweils zu den beiden großen Veranstaltungen im Jahr für unsere Besucher die Möglichkeit, auf regelspurigen Draisinen befreundeter Vereine einen Teilabschnitt der Strecke zu befahren.

An ausgewählten Tagen im Jahr verkehren Gastdraisinen auf der Strecke im Tal. Foto: S. Otto, 20.5.2013.

Sofern nicht anders erwähnt, alle Fotos: Michael Otto. 

Letzte Änderung: 24.07.2014