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Wagen 929: Gedeckter Güterwagen Gklm

Foto: Rainer Dominik, 2019.

Der gedeckte Güterwagen MIWO 2 gehört seit dem 13. Oktober 2006 zum Bestand der Historischen Feldbahn Dresden e. V. An diesem Tag wurde er aus dem Eisenbahnmuseum Schwarzenberg mit einem Tieflader überführt. Er wurde uns vom Verein Sächsischer Eisenbahnfreunde kostenlos zur Verfügung gestellt und soll die Verladung von Stückgütern von der Feldbahn auf die Reichsbahn demonstrieren.

Der Wagen wurde vermutlich Anfang der 20er Jahre gebaut. Er gehört zur Verbandsbauart und stellt eine vom Deutschen Staatsbahnwagenverband ab 1910 vereinheitlichte, gegenüber den vorher gebauten Wagen der Länderbahnen verstärkte Form dar. Entwickelt wurden diese Wagen aus den gedeckten Güterwagen der Preußischen Staatseisenbahnverwaltung. Gemeinsam mit den nur in Details unterschiedlichen Länderbahnwagen stellten die Wagen mit dem charakteristischen flachen Dach den typischen deutschen Güterwagen dar. Wagen dieser Bauart sind untrennbar mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verbunden, sie dienten Militärtransporten in den Weltkriegen, fuhren in den Vernichtungszügen in die Konzentrationslager und transportierten große Mengen der verschiedensten Güter.

Unser Wagen wurde vermutlich in den 50er Jahren einer Generalreparatur unterzogen. Dabei wurden die ursprünglich flachen U-Profile der Seitenwände gegen solche normalen DIN-Profils getauscht. Interessanterweise sind die neuen Profile wesentlich korrosionsanfälliger als andere alte.

Bei der Deutschen Reichsbahn gehörte der Wagen zur Gattung G 05. Die Kennzeichnung 05 war gleichzeitig der Anfang der Wagennummer und deutete darauf hin, dass der Wagen noch lange Einrichtungen für Personentransporte (Militärtransporte) besaß. Nach seiner Ausmusterung, wahrscheinlich noch vor 1968, gelangte der Wagen als Werkswagen 2 zum Mineralwollewerk Bad Berka. Von dort kam er Anfang der 90er Jahre ins Eisenbahnmuseum Schwarzenberg.

Es ist vorgesehen, den Wagen in einem (fiktiven) Einsatzzustand der 70er Jahre zu restaurieren. Dabei soll die vorhandene Originalsubstanz so weit wie irgend möglich beibehalten werden. Wegen der Vielzahl weiterer Aufgaben können Arbeiten am Güterwagen leider nur sehr sporadisch erfolgen. Noch immer fehlt die Beschriftung, die inzwischen aber erst nach einem fälligen Neuanstrich sinnvoll ist.

Autor: Tobias Lerch, letzte Änderung: 10.05.2021