Wagen 549, 555…560, 567…570

Die Förderwagen entsprechen weitestgehend den Förderwagen 1,600-H TGL 4489. Sie sind lediglich mit einer Länge über Puffer von 2,45 m etwas kürzer als die TGL-Wagen mit 2,65 m. Möglicherweise hängt das mit schon länger vorhandenen Kreiselwippern (Wikipedia) zusammen, die die längeren TGL-Wagen nicht problemlos entleeren können. Außerdem haben die Wagen gefederte Zug- und Stoßvorrichtungen.
| mm | Wismut-Wagen | TGL 4489 |
| Kastenbreite | 850 | 842 +10/-15 |
| Raddurchmesser | 350 | 350 |
| Achsstand | 800 | 800 |
| Kastenlänge | 2300 | 2426 |
| Höhe | 1150 | 1180 |
| Länge über Puffer | 2450 | 2650 |
| Eigenmasse | ? | 870 kg |
| Nenninhalt | ca. 1,5 m³ | 1,6 m³ |
Es gibt noch eine zweite Ausführung dieses Wagentyps. Bei ihm ist der Behälterboden ausgerundet, statt eben und es fehlen die schmalen Konsolen unterhalb der Handschutztaschen.
Auf der Basis dieser Förderwagen sind viele Umbauten entstanden, von denen einige den Weg in unser Museum gefunden haben.
Baustofftransportwagen

Hierbei handelt es sich weniger um einen Umbau als um eine Ergänzung. Ein unveränderter Förderwagen ist mit einem Deckel aus Stahl oder Kunststoff versehen, um Baumaterialien vor der im Bergbau allgegenwärtigen Tropfnässe zu schützen. Außerdem hat er einen auffälligen Anstrich erhalten, damit er nicht versehentlich in einen Kreiselwipper gerät.
In einem dieser Wagen mit Kunststoffdeckel wurde in unserer Werkstatt ein Akkumulatorsatz untergebracht. Er dient zum Vorführen der Fahrdrahtloks in unserem Museum. Die 32 Blöcke mit je 6 V ergeben eine Nennspannung von 192 V, ihre Nennkapazität beträgt 108 Ah (CN) bzw. 153 Ah bei zehnstündiger Entladung (C10). Sie liefen zehn Jahre in einer Netzersatzanlage und wurden dort 2025 planmäßig ausgetauscht. Mit unseren Vorführfahrten haben wir sie noch nicht erschöpfen können.

Wagen 565: Werkzeugwagen, Gezähehunt

Dieser Wagen dient dem Werzeugtransport (bergmännisch: Gezähe). Zwecks einfacherer Beladung ist der Behälter auf 0,85 m über SO (Schienenoberkante) zurückgeschnitten und die Seiten mit Stahlprofilen U 80 eingefaßt. Außerdem ist ein ebener Boden aus 8-mm-Stahlblech in 0,5 m Höhe über SO eingeschweißt. Die Beschriftung „H20“ könnte auch als „H2O“, also Wasser, interpretiert werden. Möglicherweise wurde der Wagen zum Transport von Kanistern mit gereinigtem Wasser für die Bleiakkumulatoren verwendet, die Wandhöhe von 0,35 m paßt gut zu den üblichen 20-l-Kunststoffkanistern. Als Wetterschutz dient auch hier ein Kunststoffdeckel. Die Funktion diverser angeschweißter Schrauben konnte bis jetzt nicht geklärt werden.
Wagen 564: Gasflaschenwagen

Der Wagen ist für den Transport von zwei Gasflaschen für Azetylen und Sauerstoff und den Schweißarmaturen für das Brennschneiden (Wikipedia) oder Autogenschweißen (Wikipedia) eingerichtet. Auch hier ist der Behälter auf 0,85 m Höhe über SO heruntergeschnitten worden.
Wagen 571…574: Seitenentleerer

Die Wagen wurden für den Transport von Beton umgebaut. Nach Entriegeln der Seiteklappe entleert sich der Inhalt mit einem Mal.
Wagen 576, 577: Schotterhunte

Diese Wagen wurden zum Einschottern von Gleisen mit mehreren Entladeöffnungen versehen. Beidseitig sind Klappen mit kurzen Schüttrutschen eingearbeitet und im Boden ist ein Schieber, der über Zahnstange und Zahnrad betätigt wird. Zusätzlich sind Trichterbleche eingeschweißt. Diese sind jedoch aus Platzgründen für ein selbständiges Herauslaufen des Ladeguts zu wenig geneigt, so daß für eine vollständige Entleerung händisch nachgeholfen werden muß.

Wagen 561 und 566: Kabeltrommelhunte

Wenn man untertage lange Strecken vortreibt, müssen dort entlang auch Elektrokabel und Signalleitungen (Telefon) verlegt werden.Mit diesen Fahrzeugen können diese Kabel transportiert und ausgerollt werden. Sie sind so dimensioniert, daß sie den verfügbare Raum im Förderkorb größtmöglich ausnutzen. Bei diesen beiden Wagen wurden nur die Radsätze, Rahmenwangen und die Zug- und Stoßvorrichtungen von den Förderwagen verwendet, die Kopfstücken sind sehr individuell gestaltet. Es gab jedoch auch Wagen auf der Basis kompletter Förderwagen, deren Behälter bis auf Rahmenoberkante zurückgeschnitten wurde.
Als weitere Umbauten sind Kesselhunte, Latrinenhunte und Akkutransportwagen bekannt.
Autor: Rainer Dominik, letzte Änderung: 2026

