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Lok 64: LKM Ns 2 h aus Coswig

Foto: M. Weber, 2014
Technische Daten
Hersteller Lokomotivbau „Karl Marx“ Babelsberg (LKM)
Typ Ns 2 h
Baujahr 1959
Fabriknummer 262 081
Spurweite 600 mm
Motor 2 VD 14,5/12-1 SRL Zweizylinder-Viertakt-Dieselmotor, Reihe, luftgekühlt
Leistung 36 PS bei 1500 U/min
Getriebe 3-Gang Lamellenkupplungsgetriebe und Wendegetriebe
Kraftübertragung Blindwelle und Stangen
Vmax 14 km/h
Masse 6,5 t
HFD-Nr. 64
Einsatzgeschichte
  • neu an Spannbetonmastenwerk Coswig
  • 1992 an HFD

1959 erhielt der VEB Spannbetonmastenwerk Coswig vier fabrikneue Ns 2 h für seine Kiesbahn. Das Werk war in der DDR Alleinhersteller für Spannbetonmasten aller Art, wie Licht-, Antennen-, Fahr- und Freileitungsmasten, aber auch Betonpfähle z. B. für den Wein- und Hopfenanbau. Ein Zug zum Transport des Kieses von der Grube ins Werk bestand üblicherweise aus fünf 1,75-m³-Muldenkippern. Nach der Wende übernahm die Pfleiderer Verkehrstechnik GmbH & Co. KG das Werk, modernisierte es und richtete eine neue Betonschwellenproduktion ein. Die Kiesbahn wurde durch eine Bandanlage ersetzt. Als letzter gleisgebundener Transport blieb eine kurze Strecke aus einer Produktionshalle heraus zu einem Kranfeld. Dazu reichte eine Betriebs- und eine Reservelok, die anderen beiden Loks waren entbehrlich. Der Werkleitung war bekannt, dass wir uns für diese Loks interessierten und sie bot uns die Übernahme der Lok 1 und Lok 4 zwecks musealen Erhalts an.

Die ehemalige Lok 4 aus dem Spannbetonmastenwerk Coswig kam nun gemeinsam mit einer weiteren Ns 2 h (HFD-Nr. 63) im Jahr 1992 in die Sammlung der HFD. Heute zeigt sich Lok 4 in einem restaurierten Zustand, in welchem sie sich nach einer Generalreparatur im Jahr 1990 in Leipzig-Wahren befand. Mechanisch und elektrisch war dieser Zustand an sich schon vorhanden. Augenscheinlich erfolgte damals aber keine Aufarbeitung der Gehäuseteile. Besonders dem Führerhaus musste mal etwas im Wege gewesen sein, es war sehr stark nach hinten verzogen. Es schien lediglich eine neue Lackierung erhalten zu haben. Auch war die hölzerne Innenauskleidung sehr stark in Mitleidenschaft gezogen und zu nicht unbeträchtlichen Teilen durch das durch die Schraubenlöcher eindringendes Regenwasser verfault. Die größte Herausforderung war das Richten des Führerhauses. Der Innenausbau hingegen war eine angenehme Schreinerarbeit. Die Farbgebung erfolgte wie in Leipzig-Wahren üblich: Rahmen in rot, Aufbauten in dunkelbraun, Innenanstrich mittelgrau und schwarz.

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Letzte Änderung: 18.04.2021