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Lok 117: BBA B 360 electronics aus Königstein

Während der umfangreichen Sanierungsarbeiten der Wismut GmbH in Königstein war für die hiermit zusammenhängenden Transporte ersichtlich, dass auch die Grubenbahn noch lange im Einsatz sein musste. Die vorhandenen BBA B 360 und B 660 waren auch während der Sanierung unverzichtbar, bis in das Jahr 2000 unterstützt von LEW EL 6.

Der zunehmende Verschleiß der Loks, vor allem der Fahrschalter, sorgte für einen Bedarf an einer Modernisierung. Noch 2007/2008 wurden drei B 360 und sechs B 660 durch die Firma Pfiffer modernisiert. Unter anderem wurde die Widerstandssteuerung bei der B 360 durch eine, bei der B 660 durch zwei Zapi H2B Fahrsteuerungen/Chopper, der Fahrschalter durch einen Joy-Stick und die Feststellbremse durch eine Art hydraulische Federspeicherbremse mit Totmann-Steuerung ersetzt.

Die Fahrsteuerungen unterstützen regeneratives Bremsen (d.h. beim Bremsen wird der Akku mit der erzeugten Energie geladen) und sind mit MOSFET-Technologie, Mikroprozessor und einem Fehlerspeicher ausgestattet. Sie arbeiten mit einer Hochfrequenz von 16 kHz. Die digitale Programmierung der Fahrsteuerung erfolgt über einen Computer.

Ende April 2013 war mit der Verfüllung des Schachtes 390 der Rückzug aus der Grube Königstein abgeschlossen. Da die Schließung vorhersehbar war, hatten viele Interessenten bei der Wismut um Überlassung von Material angefragt. Die HFD konnte 2014 eine modernisierte B 360, sieben Hunte und Gleisbaumaterial übernehmen. Weiteres Material ging an diverse sächsische Schaubergwerke und Bergbaumuseen.

Technische Daten
Hersteller Betrieb für Bergbauausrüstungen Aue (BBA) der SDAG Wismut
Umrüstung durch die Firma Pfiffer
Typ B 360 electronics
Baujahr ? / Modernisierung 2008
Fabriknummer ? / WP/360-0001
Spurweite 600 mm
Akku 39 Zellen – 78 V, 320 Ah
Leistung 2 x 2,1 kW
Vmax 10 km/h
Masse 3,2 t
HFD-Nr. 117
Einsatzgeschichte
  • neu an SDAG Wismut
  • Einsatz / Lok-Nr. vor Modernisierung unbekannt
  • 2008 Wismut GmbH Königstein, Lok-Nr. L1
  • 2014 an HFD
Die Lok ist hier im Besucherverkehr vor unseren Mannschaftswagen im Einsatz. Als Bremslok talwärts verbraucht sie aufgrund des regenerativen Bremsens bei solchen Einsätzen kaum Energie.
Foto: M. Weber, 10.06.2019
Die elektronische Steuerung. Links die Steuer-Schütze, rechts die Zapi-Steuerung.
Foto: P. Heinrich, 2020
Ein Blick auf die umgebaute hydraulische Bremsanlage.
Foto: P. Heinrich, 2020
Das man einmal eine Grubenlok mit dem Laptop programmieren kann, hätte wohl keiner gedacht. Hier werden gerade Fehler ausgelesen.
Foto: P. Heinrich, 2020
Die „Electronics“, wie sie bei uns genannt wird, ist aufgrund der schnellen Einsatzbereitschaft und der leichten, sicheren Bedienung für jedermann eine beliebte Bauzuglok. Hier ist sie bei Baumaßnahmen zum Transport von Erdreich im Einsatz.
Foto: P. Heinrich, 2020

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Letzte Änderung: 15.04.2021