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Lok 100: LKM N 2 aus Dresden-Niedersedlitz

Foto: Manfred Kühl, 2013
Technische Daten
Hersteller LKM
Typ N 2
Baujahr 1951
Fabriknummer 48 804
Spurweite 1435 mm
Motor 4 VD 12,5/10 SRL (VEB Robur Zittau)
Leistung ca. 40 PS bei 1500 U/min
Getriebe Zweigang-Lamellenkupplungsgetriebe, zusätzlich Einscheiben-Trockenkupplung am Motor
Kraftübertragung Rollenketten
Vmax je Gang 4 – 8 km/h
Masse ca. 8,8 t
Länge über Puffer 5280 mm mit UIC-Puffern, ursprünglich 5340 mm
Achstand ca. 2500 mm (je nach Kettenspannung)
HFD-Nr. 100
Einsatzgeschichte
  • neu an VEB Walzengießerei Coswig
  • ab ca. 1964 VEB Druckmaschinenwerk Planeta Radebeul
  • 1975 VEB Sächsischen Bühnen- und Stahlbau Dresden-Niedersedlitz
  • 2006 an HFD

Seit dem 01.07.2006 bereichert eine ungewöhnliche Lokomotive die Sammlung der Historischen Feldbahn Dresden. Es handelt sich um die vom Blick aus der S-Bahn bekannte Lok des Sächsischen Bühnen- und Stahlbau Dresden-Niedersedlitz (SBS). Die Type N 2 war die kleinste Normalspur-Diesellok, die in der DDR gebaut wurde. Insgesamt entstanden in den Jahren 1951 und 1952 nur elf Stück, wovon noch drei erhalten sind. Sie waren für Werks- und Anschlussbahnen mit geringem Verkehrsaufkommen gedacht.

Abgeleitet war die Konstruktion von der Feldbahn-Type Ns 2. Der ursprüngliche Motor 16V2 („Aktivist“) und das Getriebe sind identisch. Dem aufmerksamen Betrachter wird auch die mit den Feldbahnloks Ns 2 und Ns 2f baugleiche Motorhaube auffallen.

Die Lok 48 804 verbrachte ihre gesamte Dienstzeit im Raum Dresden. Geliefert an den VEB Walzengießerei Coswig, wurde sie um 1964 an den VEB Druckmaschinenwerk Planeta Radebeul weitergegeben und 1975 an den VEB SBS Dresden verkauft.

Damit gelangte sie auf eine Werkbahn, die sich in vielen Punkten von anderen unterschied. Das weitläufige Werksgelände in Niedersedlitz war mit Regelspurgleisen erschlossen, die u. a. über einen Drehwinkel (mit Anhänger zur Vergrößerung der Nutzlänge!) und über eine zweigleisige Drehscheibe verbunden waren. Auf verschiedenen Flachwagen wurde auch innerbetrieblicher Verkehr abgewickelt, und sicher schätzte man die geringe Länge und Breite der Lok.

In bescheidenem Umfang blieb die Lok auch nach Stillegung des DB-Anschlusses bis etwa 2003 in Betrieb, um als Lager genutzte Wagen zu rangieren. Der Erhaltungsaufwand und die Arbeitssicherheit der Lagerwagen ließen jedoch einen Weiterbetrieb nicht zu, so dass sich die SBS GmbH entschloss, der Lok eine museale Erhaltung zu ermöglichen. So konnte der Transport in die Herrenleite mit Hilfe der Firmen Richter und Heinrich Schwertransporte erfolgen.

Es wird auf absehbare Zeit nicht möglich sein, die Lok witterungsgeschützt abzustellen. Trotzdem wollen wir versuchen, den letzten Einsatzzustand zu konservieren. Leider haben wir noch kein geeignetes Mittel dafür gefunden. Versuche mit einem in der Seefahrt verwendeten Wachs schlugen leider fehl, da es nicht farblos ist. Über einen guten Rat dazu würden wir uns freuen.

Foto: Rainer Dominik, 04.10.2020.

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Autor: Tobias Lerch, letzte Änderung: 19.05.2021