In den letzten Wochen war einiges los in der Herrenleite und auch außerhalb. Also ein guter Grund, kurz darüber zu berichten.
Im Juni fanden neben den regulären Öffnungszeiten auch mehrere Führungen für angemeldete Besuchergruppen statt. Los ging es bereits am 1. Juni – anlässlich des internationalen Kindertages: Eine Kindergartengruppe aus dem benachbarten Dorf Wehlen besuchte uns und interessierte sich für die Geschichte(n) der Feldbahn.
Am 20. Juni kam der Heimatverein Großerkmannsdorf bei uns vorbei, um mehr über Feldbahnen und die Herrenleite zu erfahren. Nach einem kurzweiligen Vortrag und anschließendem Rundgang über das Museumsgelände fand anschließend Fahrbetrieb mit zwei Zügen statt.
Im Rahmen der Führung wurde die Funktionsweise von Akkulokomotiven demonstriert. Foto: A. Locke, 20.6.2026.
Bevor es heißt „Mitfahren“, muss erstmal die passende Lok in Gang gebracht werden. Bei der Jung ZL105 erfolgt dies klassisch über Ankurbeln, und unsere Gäste durften sich selbst darin probieren. Foto: A. Locke, 20.6.2026.
Der voll besetzte Besucherzug macht sich auf den Weg auf die Strecke, daneben wartet schon der zweite Zug. Foto: A. Locke, 20.6.2026.
Zu Vorführzwecken kamen auch eine BBA B360 electronics sowie eine EL 30-1 vor typischen Bergbaufahrzeugen zum Einsatz. Foto: A. Locke, 20.6.2026.
Eine Woche später, am 27. Juni, führte die WIMSUT GmbH am Standort Königstein/Leupoldishain den diesjährigen Tag der offenen Tür durch. Aufgrund unserer langjährigen Kontakte zu diesem Betriebsteil war es möglich, auch das Feldbahnmuseum Herrenleite vor Ort zu präsentieren. Schließlich fanden in den letzten Jahrzehnten einige Fahrzeuge aus dem heutigen „Bereich Sanierung Königstein“ den Weg in unser Museum.
Um nicht „nur“ mit einem kleinen Museumsstand vor Ort zu sein, haben wir kurzerhand ein ganzes Fahrzeug mit nach Königstein genommen. Foto: A. Locke 2026.
Die von BBA gebaute Metallist stammt zwar aus dem Kalkwerk Herold, stellt aber einen typischen Vertreter der Wismut-Loks dar. Foto: A. Locke, 27.6.2026.
Bei in der Spitze mehr als 38°C konnten wir viele interessante Gespräche führen, und ein Blickfang war unser Stand allemal. Foto: A. Locke, 27.6.2026.
Ein paar Meter von unserem Info-Stand entfernt sah es knapp 13 Jahre vorher noch so aus. Blick auf die Doppelschachtanlage 388/390 mit ausgedehnten Abstellgleisen für die 600-mm-Grubenbahn. Der gesamte auf dem Bild sichtbare Bereich ist heute eine große grüne Wiese… Foto: M. Otto, 2.9.2013.
Unsere Gleisanlage in der Herrenleite ist in Teilen nunmehr schon 25 Jahre alt und besonders an den Stellen mit Holzschwellenoberbau zeigt sich so langsam Sanierungsbedarf. Daher sind nach und nach verschiedene Stellen an den Gleisen zu überarbeiten. Aktuell starteten wir diese Arbeiten vor der Museumshalle.
Die Vereinsjugend prüft unter dem wachsamen Auge eines „Alten Hasen“ den festen Sitz der Kleineisen. Foto: J. Schröder, 6.6.2026.
Ein weiteres Projekt, was wir schon länger in Angriff nehmen wollten, ist die Sanierung der Küche im Vereinsgebäude. Dazu beschafften wir eine neue (gebrauchte) Küche inkl. Geräten und hoffen, dass Kochen und Abwaschen nun viel mehr Freude bereiten werden.
Die alte Küche (hier schon großteils ausgeräumt) stammte von einem Vereinsmitglied. Er kaufte die Möbel 1984 von seinem DDR-Ehekredit in Dresden am Schillerplatz, sie ist dann mehrere Male umgezogen, bis sie letztendlich über 20 Jahre in der Herrenleite ihren Dienst verrichtete. Foto: P. Heinrich, 2026.
(Küchen-)Baustellen bedingen pragmatische Lösungen: Die Elektrogeräte wurden kurzerhand im Aufenthaltsraum aufgebaut. Immerhin hat unser Vereinskollege Freude daran, seinem Mittagessen beim Warmwerden zuzusehen. Foto: P. Heinrich, 2026.
Roll-Out der neuen (gebrauchten) Küche aus der Museumshalle. Hier wurde sie bis zum Einbau zwischengelagert. Foto: A. Jaeckel, 2026.
Stilecht mit der Feldbahn ging es bis zum neuen Einbauort, dem Vereinsgebäude. Foto: M. Lenk, 2026.
Küchenbau bedeutet vollen Körpereinsatz! Immerhin soll es ja besonders schön aussehen. Foto: M. Weber, 2026.
Fast fertig – und das Ergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Foto: P. Heinrich, 2026.
Von den zahlreichen Arbeiten „hinter den Kulissen“ sei hier beispielhaft das Ordnen und Einsortieren von Normteilen gezeigt. Eine wichtige Voraussetzung für eine funktionierende Werkstatt. Foto: M. Otto, 27.6.2026.
Auch die Arbeiten an verschiedenen Fahrzeugen gingen wieder voran. Hier der in Aufarbeitung befindliche Sandkasten der Henschel-Dampflok vom Typ Riesa. Foto: M. Otto, 27.6.2026.
Unter anderem an der Regelspurstrecke wurden Grünpflegearbeiten durchgeführt. Foto: M. Otto, 13.6.2026.
Auch über einen Neuzugang können wir berichten: Wir konnten eine weitere Ns 2 f übernehmen, welche ursprünglich u.a. in der Ziegelei Zittau Ottersteg im Einsatz war. Die Lok soll in den letzten Einsatzzustand restauriert werden. Mehr Infos zum Fahrzeug gibt es auf der Lokseite. Zusammen mit der Lok kam auch ein kleiner stählerner Kastenwagen für den Transport von Kohle an, welcher ursprünglich ebenfalls aus der Ziegelei am Ottersteg in Zittau stammte.
Hier ist die Lok noch bei ihrem Vorbesitzer zu sehen, zum Transport wurden einige Teile demontiert. Foto: R. Liefer, 2026.
Von Hr. Müller-Kissing aus Hagen bekamen wir diesen kleinen Sattelbodenselbstentladewagen gespendet. Er war ursprünglich im Gipswerk Klettenberg im südlichen Harzvorland im Einsatz. Ein herzliches Dankeschön an Ekkehard für diese schöne Bereicherung unserer Sammlung. Foto: M. Otto, 13.6.2026.