
Der Wagen stammt aus dem Gipswerk Klettenberg (Ortsteil der Gemeinde Hohenstein, Harz), wo Anhydrit aus dem Nordhausener Revier zu Gips gebrannt wurde. Vermutlich ist es ein Eigenbau des Werkes. Es konnten damals eine größere Anzahl von Wagen vor der Verschrottung bewahrt werden, einer hat jetzt den Weg zu uns gefunden.
Es ist ein Einfahrwagen für einen Tunnelofen. Beladen mit dem Ausgangsmaterial wurden solche Wagen unmittelbar hintereinander kontinuierlich durch den Tunnelofen hindurchgeschoben. Durch die ihnen entgegenströmende Verbrennungsluft wurde das Material vorgewärmt und in der Brennzone bei Temperaturen um die 150 °C gebrannt. Anschließend erwärmte das gebrannte Material die einströmende Verbrennungsluft. Auf diese Weise wird die Wärmeenergie optimal ausgenutzt. Für den besseren Wärmeübergang zwischen Luft und Material sind die Wagenkästen aus gelochtem Stahlblech. Der Sattelboden und die Seitenklappen erleichtern die Entladung. Dazu wurde der gebrannte Gipsstein mit Drucklufthämmern im Wagen zerkleinert. Aufgrund der geringen Brenntemperatur konnte an den Wagen auf den sonst bei solchen Wagen üblichen Wärmeschutz des Fahrwerkes durch Schamottesteine auf den Sattelblechen und Blechschürzen vor den Achslagern verzichtet werden. Mittels eines einhängbaren Griffes wurden die noch heißen Wagen dann vom Ofen abgezogen, ohne sich die Hände zu verbrennen.
| Spurweite | 600 mm | |
| Länge | 1.100 mm | |
| Breite | 1.080 mm | |
| Höhe über SO | 1.020 mm | |
| Achsstand | 440 mm | |
| Raddurchmesser | 290 mm | |
| Einsatzgeschichte |
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Beim Eisenbahnmuseum Lokschuppen Aumühle ist ein weiterer Wagen erhalten (Link).
Autor: Rainer Dominik, letzte Änderung: 09.07.2026
