Wagen 105 und 106

Die Wagen haben acht Sitzplätze. In diesen Wagen, die meist in ganzen Zügen von z. T. mehr als 10 Wagen fuhren, erfolgte der Transport der Bergleute zu den oft über mehrere Kilometer entfernten Arbeitsplätzen. Dabei wurde zu den Schichtwechselzeiten nach festen „Fahrplänen“ gefahren.
Über die Klappen in den Stirnwänden kann bei Bedarf eine Verletztentrage in den Wagen eingeschoben werden. Dazu müssen zusätzlich auch die Sitzlehnen umgeklappt werden.
Der geschweißte Rahmen ist auf zwei Losradsätzen mit Kegelrollenlagern auf Blattfedern gelagert. Der Aufbau ist zusammengesteckt und kann im unverbeulten Zustand leicht de- und montiert werden. Zum Kuppeln ist eine einfache nur in Zugrichtung gefederte Öse vorgesehen. Dies erzwingt die Nutzung spezieller Kuppelstangen. Sie bestehen wie ein Doppel-T-Profil aus zwei Flanschblechen und einem dazwischen eingeschweißten kürzeren Stegblech. An den Haken neben der Kuppelöse können Notkuppelketten eingehängt werden.
Die Wagen besaßen eine elektrische Signalleitung. Im Inneren waren am Dach pro Wagen ein Tastschalter befestigt, die elektrische Kupplung erfolgte über die handelsübliche Kfz-E-Kupplung für Anhängerbetrieb.
Wagen 104: Mannschaftswagen aus Ludwigsdorf

Dieser Wagen diente dem Personaltransport in den Tagebau des Kalkwerks, also übertage. Dazu wurden zwei Umbauten in der Werkstatt des Kalkwerks vorgenommen. Zum einen wurden die Vorhänge an den Einstiegen durch Sicherungsketten ersetzt, zum anderen wurde die Zug- und Stoßvorrichtung an das Kuppeln mit den übertägigen Fahrzeugen angepaßt. Als Puffer dient ein Holzklotz mit darübergespannter Stahlplatte, für die Zugkraft ist in die originale Kuppelöse ein Bolzen mit Kette verschraubt.
Autor: Rainer Dominik, Helge Mai, letzte Bearbeitung: 23.04.2026
