Wagen 101 – 103: Erster Personenzug der HFD

Technische Daten
HFD-Nr.101102103
Merkmale0,75 m³, gebremst,
ohne Bockstützen,
Bremskurbel angeschweißt, jetzt lose
0,75 m³, gebremst,
mit Bockstützen,
Bremskurbel verschraubt
1 m³, ungebremst,
TGL-Ausführung
 
LüP218021602120
Breite865900890
RahmenprofilU 105/68U 105/68U 120/55
Profil StoßstrebeU 120/55U 100/50U 100/50
Rad-Durchmesser300350300

Die ersten Veranstaltungen in Dresden-Klotzsche hatten einen enormen Besucherzustrom. So entstand die Idee, den Besuchern nicht nur Feldbahnen zu zeigen, sondern sie auch eine Feldbahnfahrt direkt erleben zu lassen. Geeignete Fahrzeuge waren aber weder vorhanden, noch irgendwo aufzutreiben. Also mußte man sich selbst an die Arbeit machen. Als Fahrgestelle waren schon mehrere Muldenkippergestelle ohne Mulden vorhanden. Die Wahl fiel auf die beiden gebremsten Fahrgestelle, die zusammen mit Lok 23 und Muldenkipper 261 von der Baufirma Hering aus Berggießhübel übernommen werden konnten. Das Untergestell von Wagen 102 ist augenscheinlich baugleich mit Wagen 262. Beide Wagen sollen vorher Eigentum der Baufirma Max Koch, Pirna gewesen sein, allerdings finden sich keine Spuren von deren Eigentumsschildern, so wie es an Wagen 262 noch vorhanden ist, auch keine Nietenreste.

Zum Entfernen der Abrollböcke wurden die Nietköpfe mittels Brennschneiden entfernt, einzelne festsitzende Nietreste wurden in ihren Bohrungen belassen. Die Sitzbänke stammten von der schmalspurigen Straßenbahn in Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz).

Der ungebremste Mittelwagen HFD-Nr. 103 entstand aus einem 1-m³-TGL-Muldenkipperfahrgestell, dessen Herkunft heute nicht mehr nachvollziehbar ist.

Alle Wagen sind mit vier Sitzplätzen ausgestattet. Wagen 103 hatte in der ersten Ausführung sechs Sitzplätze, davon aber zwei sehr weit im Überhang. Wenn nur diese beiden Plätze besetzt waren, kippte der Wagen sehr leicht nach hinten. Obwohl das Fahrpersonal die Anweisung hatte, auf eine gleichmäßige Belastung des Wagens zu achten, kam es mehr als einmal zur Entgleisung. Deshalb wurden 1993 die beiden Sitze im Überhang wieder entfernt und die Doppelbank in die Mitte gerückt.

Für Besucherfahrten waren neben diesen drei Wagen lange Zeit nur der Untertage-Personenwagen 104 aus dem Kalkwerk Ludwigsdorf und später dann noch der Eigenbau-Mannschaftswagen 107 aus Helmsdorf im Einsatz.

Aus heutiger Sicht ist der Schutz der Fahrgäste gegen Herabstürzen äußerst unzureichend. Seit wir die Wagen 110…112 von der Parkbahn Dresden einsatzbereit haben, nutzen wir deshalb diese drei Wagen nicht mehr für den Besucherverkehr.

Autor: Rainer Dominik, letzte Änderung 27.11.2025.