Feinkohlewagen von Ziegeleien

Die Feinkohlewagen dienen dem Brennstofftransport auf dem Schürboden des Ringofens. Der Brennmeister entnimmt aus der Mulde alle 10…25 Minuten mit einer speziellen Schütte jeweils nur geringe Mengen Feinkohle, um sie in die Heizlöcher zu geben.

Der Brennmeister bei der Arbeit auf dem Ringofen der Ziegelei Dresden-Luga. Mit dem Drahthaken hebt er den Deckel an, um mit der Schütte etwas Feinkohle ins Heizloch zu kippen. Die aktuelle Brennzone befindet sich zwischen den beiden senkrecht stehenden Ziegeln im Vordergrund und in der Bildmitte. Rechts stehen zwei Eigenbau-Kastenwagen mit dem Brennstoffvorrat. Unser Wagen 822 ist aber nicht dabei. Foto: Rainer Dominik, 1993.

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Wagen 822: Feinkohlewagen aus Dresden-Luga

Wagen 822 oben auf einem Stapel in der Lorenbaracke. An den Achslagern sind Schmutzschutzbleche festgeklemmt. Foto: Rainer Dominik, Herrenleite 2026.

Der Wagen besteht aus einer einfachen Blechkiste (1600 x 730 x 520 mm) auf einem leichten Muldenkipperfahrgestell und faßt 0,6 m³. Er besitzt keinen Zughaken, da die Kohlewagen in Luga mit einem Elevator auf den Schürboden gehoben wurden. Von den vier Lugaer Kohlewagen ist dies der einzige mit Holzpuffern und Schmutzschutzblechen über den Achslagern.

Bisher ist nicht bekannt, von welchem Hersteller das Untergestell stammt. Deshalb sollen hier die wichtigsten Abmessungen wiedergegeben werden: Das Untergestell hat eine Länge über Puffer von 1650 mm und eine Rahmenbreite von 770 mm. Der Rahmen aus U-Profil 105 x 70 hat nur einen Stoß, der mit Hilfe des Sattelbleches vom Abrollbock gelascht wurde. Nach Entfernen der Abrollböcke wurde der Stoß geschweißt. Die Nietlöcher für die Abrollböcke haben einen Abstand von 950 mm bzw. 100 mm. Die Räder haben 290 mm Durchmesser und der Achstand beträgt 500 mm.

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Wagen 814: Feinkohlewagen aus der Zieglei Zittau-Hartau

Wagen 828: Feinkohlewagen aus der Ziegelei Zittau, Ottersteg

Feinkohlewagenkasten unbekannter Herkunft ohne Radsätze

Wagen 814, sehr weit hinten in der Lorenbaracke eingestapelt. Die Farbgebung ist von 1993. Foto: Marian Sommer, 2026.
Wagen 828, unmittelbar nach der Ankunft im Museum. An der Stirnwand und der Seitenklappe ist vermutlich noch Originalfarbe, die Seitenwand ist schon einmal erneuert worden. Der Schiebegriff ist der einzige noch originale an den drei Wagen. An allen Rädern fehlen die Abdeckkappen, man hat Sichtkontakt zu den Kegelrollenlagern.Foto: Michael Otto, 2026.
Der Wagenkasten ohne Radsätze in der Lorenbaracke. Hier sind alle vier Bohrungen am senkrechten Winkelprofil zu erkennen, außerdem die Nietlöcher für den ursprünglichen Schiebegriff. Die Herkunft ist noch ungeklärt, am wahrscheinlichsten ist die Mitnahme bei der Abholung der Ofengleisanlage von Zittau-Hartau. Foto: Rainer Dominik, 2026

Diese drei Wagen sind unverkennbar nach gleichem Muster gebaut. Als Basis dienten ehemalige Etagenwagen. An den vier Bohrungen in den senkrechten Winkelprofilen erkennt man, wieviel Etagen er hatte. In der obersten und in der dritten Bohrung von oben sind die Stirnbleche verschraubt, an den untersten sind z. T. noch die unteren Haltewinkel angenietet. Zum Einhängen eines Zugseils wurden an beiden Enden Zughaken angeschweißt. Bei niedrigem Füllstand kann durch Herabschwenken der Seitenklappen die Zugänglichkeit zur Feinkohle für den Brenner verbessert werden. Die Wagen fassen etwa 0,5 m³, sind 1310 mm lang, 730 mm breit, haben 200 mm Raddurchmesser und 400 mm Achsstand.

Die beiden Werke gehörten zum VEB Sächsische Ziegelwerke Dresden. Da ist es naheliegend, daß alle drei in einer Werkstatt gefertigt wurden. Daß mehrere gleiche Exemplare gebaut wurden, läßt darauf schließen, daß sie sich im Alltag bewährt haben.

Ein Rad von Wagen 828. Die Nabenabdeckung fehlt, es sind die rostigen Kegelrollen und der Lagerkäfig zu erkennen. Trotzdem rollt das Rad noch. Rechts neben der Nabe im Guß die drei Krupp-Ringe. Foto: Rainer Dominik, 2026.
Ein Rad von Wagen 814 mit Nabenabdeckung. Mit etwas Mühe läßt sich darauf das Logo der Eisenwerk Weserhütte AG erkennen, daneben auch wieder die drei Krupp-Ringe. Schon damals wurde also mit Zukaufteilen gearbeitet. Foto: Rainer Dominik, 2026.
So in etwa haben die Etagenwagen vor dem Umbau ausgesehen. Die Abbildung stammt aus einem Katalog der Weserhütte Georg Futter aus den 1920ern. Repro: Sven Kästner.

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Wagen 800: Feinkohlewagen aus Helmsdorf

Wagen 800, eingestapelt in der Lorenbaracke. Foto: Rainer Dominik, 2025.

Der Wagen stammt aus der Ziegelei Willkommen, Helmsdorf, aus welcher auch unsere Loks 58, 59 und 130, sowie die Wagen 107, 807 und 812 sind. Er ist in eigener Werkstatt entstanden, die Losräder sind handelsübliche Teile. Die Mulde ist nach jeder Seite in vier Stellungen arretierbar. Nach Aussagen ehemaliger Ziegeleimitarbeiter soll er sich aber nicht bewährt haben.

Autor: Rainer Dominik, letzte Änderung 27.07.2026