
Der Wagen stammt aus dem Gipswerk Klettenberg (Ortsteil der Gemeinde Hohenstein, Harz), wo bis 1989 Anhydrit aus dem Nordhausener Revier zu Gips gebrannt wurde. Vermutlich ist es ein Eigenbau des Werkes unter Verwendung normaler Muldenkipperradsätze und Lager. Durch einen Privatsammler konnten damals eine größere Anzahl von Wagen vor der Verschrottung bewahrt werden, einer hat jetzt den Weg zu uns gefunden.
Es ist ein Einfahrwagen für einen Kammerofen. Beladen mit dem Ausgangsmaterial wurden solche Wagen direkt in die Ofenkammern geschoben (andere Quellen schreiben von einem Tunnelofen). Für den besseren Wärmeübergang zwischen Luft und Material sind die Wagenkästen aus gelochtem Stahlblech. Der Sattelboden und die Seitenklappen erleichtern die Entladung. Dazu wurde der gebrannte Gipsstein mit Drucklufthämmern im Wagen zerkleinert. Aufgrund der geringen Brenntemperatur von etwa 150 °C konnte an den Wagen auf den sonst üblichen Wärmeschutz des Fahrwerkes durch Schamottesteine auf den Sattelblechen und Blechschürzen vor den Achslagern verzichtet werden. Der Griff war aus zwei Gründen abnehmbar gestaltet: Zum einen ermöglichte er das Bewegen der noch heißen Wagen, ohne sich die Hände zu verbrennen, zum anderen nahm er im Ofen keinen Platz weg.
| Spurweite | 600 mm | |
| Länge | 1.100 mm | |
| Breite | 1.080 mm | |
| Höhe über SO | 1.020 mm | |
| Achsstand | 440 mm | |
| Raddurchmesser | 290 mm | |
| Einsatzgeschichte |
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Beim Eisenbahnmuseum Lokschuppen Aumühle ist ein weiterer Wagen erhalten (Link).
Autor: Rainer Dominik, letzte Änderung: 09.07.2026
