Der Steiger ist eine Aufsichtsperson im Bergbau. In dieser Funktion hat er sämtliche Arbeitsorte in seinem Revier mindestens einmal pro Schicht aufzusuchen, er ist also viel unterwegs im Berg. Um dem Steiger diese Mobilität zu erleichern bzw. überhaupt erst zu ermöglichen, wurden die Steiger-Hunte gebaut. Sie können jedem Zug beigestellt werden, aus Sicherheitsgründen in der Regel direkt hinter der Lok. Hier sind die Längsstöße am geringsten und der Lokführer hat den Wagen im Blickfeld. Während der Streckenförderung (Zugbetrieb im Stollen) ist eine fußläufige Befahrung (die Bergleute reden immer vom „Fahren“, auch wenn sie laufen) der Strecke normalerweise verboten, da in der Regel kein Platz zum Begegnen zwischen Zügen und Personen ist und bei einer unbemerkten Entgleisung (die im Bergbau nicht so selten ist) würde es richtig gefährlich. Deshalb kann der Steiger solche Strecken nur in diesem Fahrzeug passieren.
Der Steigerhunt wurde unter der Bezeichnung Lokbegleiterwagen, Typ LO 601 im Oktober 1979 gebaut. In einen normalen Förderwagenrahmen (LüP: 1,6 m), sind die zwei Losradsätze mit von 0,45 m auf 0,63 m vergrößertem Achsabstand eingeschweißt. Die Fahrgastzelle hat die gleiche Breite wie ein Förderwagen (0,75 m) und ist zur akustischen Entkopplung über vier Gummielemente mit dem Rahmen verbunden. Die Sitzflächen und Lehnen der beiden gefederten Sitze sind mit schaumgummigepolstertem Kunstleder überzogen.
Letzte Änderung: 09.06.2026

