Wagen 121: Untertage-Personenwagen mit 2 Sitzplätzen, „Steiger-Hunt“
Der Steiger ist eine Aufsichtsperson im Bergbau. In dieser Funktion hat er sämtliche Arbeitsorte in seinem Revier mindestens einmal pro Schicht aufzusuchen, er ist also viel unterwegs im Berg. Um dem Steiger diese Mobilität zu erleichern bzw. überhaupt erst zu ermöglichen, wurden die Steiger-Hunte gebaut. Sie können jedem Zug beigestellt werden, aus Sicherheitsgründen in der Regel direkt hinter der Lok. Hier sind die Längsstöße am geringsten und der Lokführer hat den Wagen im Blickfeld. Während der Streckenförderung (Zugbetrieb im Stollen) ist eine fußläufige Befahrung (die Bergleute reden immer vom „Fahren“, auch wenn sie laufen) der Strecke normalerweise verboten, da in der Regel kein Platz zum Begegnen zwischen Zügen und Personen ist und bei einer unbemerkten Entgleisung (die im Bergbau nicht so selten ist) würde es richtig gefährlich. Deshalb kann der Steiger solche Strecken nur in diesem Fahrzeug passieren.
Der Steigerhunt wurde unter der Bezeichnung Lokbegleiterwagen, Typ LO 601 im Oktober 1979 gebaut. In einen normalen Förderwagenrahmen (LüP: 1,6 m), sind die zwei Losradsätze mit von 0,45 m auf 0,63 m vergrößertem Achsabstand eingeschweißt. Die Fahrgastzelle hat die gleiche Breite wie ein Förderwagen (0,75 m) und ist zur akustischen Entkopplung über vier Gummielemente mit dem Rahmen verbunden. Die Sitzflächen und Lehnen der beiden gefederten Sitze sind mit schaumgummigepolstertem Kunstleder überzogen.
Wagen 122: Untertage-Personenwagen vom Schachtbau Nordhausen

Dieser Wagentyp polnischen Fabrikats kam in der DDR nur selten zum Einsatz. Zwar kann er mit 12 Sitzplätzen 1,5 mal soviel Personen befördern wie die sonst üblichen Untertage-Personenwagen. Allerdings wird das mit sehr großen Überhängen über die Drehzapfen erkauft, was im Gleisbogen zu einem weiten Ausscheren des Wagens aus der Gleismitte führt. Besonders in Gegenbögen, von denen es in Form von Gleiswechseln jede Menge untertage gibt, führt das zu hohen Querkräften in der Kupplung, die schnell zu einer Entgleisung führen können. Sie sind also nur für große Gleisradien geeignet. Der Schachtbau Nordhausen war in der DDR für viele Tunnelprojekte zuständig. Diese sind in der Regel weitestgehend geradlinig trassiert, so daß der Wagen bei solchen Projekten problemlos eingesetzt werden konnte. Zum schnellen Verladen sind an den Seitenwänden vier Rundringe angeschweißt.
am Objekt vermessen |
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| Länge über Puffer | 4,2 m | |
| Breite | 0,95 m | |
| Drehzapfenabstand | 1,31 m | |
| Radsatzabstand | 0,43 m | |
| Spurweite | 600 mm | |
| Raddurchmesser | 300 mm | |
Letzte Änderung: 06.05.2026

